Den Menschen so annehmen, wie er ist

2 März 2017

Die Genossenschaft für Altersbetreuung und Pflege Gäu (GAG) führt ein geschütztes Wohnhaus für Menschen mit Demenz. Im Alltag mit Demenzbetroffenen passen wir Kommunikation und Aktivitäten der Situation an.

Menschen mit Demenz verlieren zunehmend den Bezug zum Hier und Jetzt. Dies führt manchmal zu schwierigen Situationen, die wir nicht verstehen. Uns ist es wichtig, in den Demenzbetroffenen nicht nur ihre Krankheit zu sehen. Wir bieten ihnen Wertschätzung. In der GAG legen wir besonders viel Wert auf alles Positive.

Mit Menschen mit Demenz zu kommunizieren, kann herausfordernd sein. Betroffene hören in der Regel noch gut; aber Hören heisst nicht verstehen. Oft bereitet es ihnen Mühe, sich verständlich zu machen, oder sie fühlen sich missverstanden. Deshalb passen wir uns im Gespräch den Betroffenen und der jeweiligen Situation bestmöglich an. Mit kurzen, klaren Sätzen und Fragen können wir ganz normale Gespräche führen. Menschen sind unterschiedlich. Das gilt auch für Menschen mit Demenz. Generell liegt uns viel daran, den Betroffenen im Gespräch nicht zu korrigieren oder zu kritisieren. Dass er vergesslich ist, merkt er meist gar nicht. Nur der «gesunde» Mensch fühlt sich dadurch irritiert.

Erstaunlich gut funktioniert die Kommunikation zwischen den Betroffenen – seien dies feinfühlige, tiefgründige Gespräche oder nonverbaler Austausch. Ich erinnere mich an eine Situation, in der ein Bewohner einer Bewohnerin ein Lied vorgesungen hat. Die Frau hat dies mit einem Lächeln beantwortet. Das haben alle Beteiligten verstanden.

Für uns ist es zentral, dass sich alle Bewohner in der GAG wohlfühlen. Die meisten Demenzbetroffenen sind zufrieden, wenn sie sich wertgeschätzt fühlen und ein normales Leben führen können. Wir begegnen unseren Bewohnern mit ihren Stärken und Eigenheiten auf Augenhöhe. Sie sind Menschen, die mit einer Krankheit leben müssen, aber jeder und jede von ihnen hat ihre eigene Persönlichkeit. Wir möchten ein Umfeld schaffen, in dem die Betroffenen ihr Leben aktiv gestalten können. In dem sie fröhlich sind, jauchzen können, Lieder singen und im Alltag mithelfen.

 

 

Autorin: Gina Kunst, Leiterin Betreuung & Pflege in der Genossenschaft für Altersbetreuung und Pflege Gäu (GAG)

Nationale Demenz Konferenz Header 01A2

Nationale Demenzkonferenz 2022

Die Nationale Demenzkonferenz findet am 28. April 2022 in Bern und online statt und widmet sich der Diagnostik und Früherkennung von Demenzerkrankungen.

Welche Verfahren und Technologien ermöglichen eine frühe Diagnose? Welche ethischen und sozialen Herausforderungen gehen mit einer Diagnose einher? Diesen Fragen gehen Expertinnen und Experten an der Konferenz nach. Sie wendet sich an Fachpersonen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen.

Mehr Infos: www.demenz-konferenz.ch

18 März 2022

Prävalenzzahlen 1 Zugeschnitten

Zahlen und Fakten zu Demenz in der Schweiz

Jedes Jahr veröffentlich Alzheimer Schweiz Schätzungen, wie viele Menschen in der Schweiz an Demenz erkrankt sind. Die Prävalenzahlen zeigen, wie viele Personen in einer Gruppe (Alter, Geschlecht) in einem bestimmten Zeitraum von Demenz betroffen sind.

 

26 Oktober 2021

Arbeitsleben Demenz Beat Vogel Bearbeitet

«Es tat gut, noch gebraucht zu werden»

Als er an Demenz erkrankte, war Beat Vogel Leiter Infrastruktur bei der Pädagogischen Hochschule Luzern. Mit einem kleinen Pensum und einfachen Aufgaben konnte der heute 61-Jährige im Team weiterarbeiten, bis es nicht mehr möglich war. Alle Beteiligten ziehen eine positive Bilanz.

12 August 2021