Marlies Bruderer – bereits über 100 Cupholder gestrickt

14 September 2018

Mit bunten Cupholdern machen Pro Senectute und Alzheimer Schweiz auf Demenz und deren Folgen aufmerksam. Ab Januar erhalten Sie die Becherhalter beim Kauf eines «Coffee to go» in Bäckereien und Confiserien.

Man verlegt die Brille, fühlt sich antriebslos oder hat plötzlich Mühe, die richtigen Worte zu finden, obwohl sie einem auf der Zunge liegen. Was alle von uns schon einmal erlebt haben, könnten aber auch erste Symptome einer Demenz sein. Rund 148 000 demente Menschen leben in der Schweiz – im Alltag oft unsichtbar. Um auf die Krankheit und deren Folgen aufmerksam zu machen, starten Pro Senectute und Alzheimer Schweiz in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Bäcker-Confiseurmeister-Verband eine Strickaktion. Herr und Frau Schweizer stricken kunterbunte Cupholder, die dann in Bäckereien und Confiserien beim Kauf eines «Kaffees zum Mitnehmen» an die Kundschaft abgegeben werden.

Eine Dame, die bereits fleissig strickt, ist Marlies Bruderer. Als sie von der Aktion #vollpersönlich – «Stricken gegen das Vergessen» erfahren hat, war für sie klar, dass sie mitmacht. Nicht nur, weil ihr Sohn in Wichtrach eine Bäckerei besitzt und die Cupholder an seine Kundinnen und Kunden abgeben wird, sondern weil sie das Thema Demenz wichtig findet. «Menschen mit Demenz sind nicht komisch, sie funktionieren einfach anders.» Man müsse sie so nehmen, wie sie sind, und «völlig natürlich mit ihnen umgehen», meint die 80-Jährige. Sie spricht aus Erfahrung, war sie doch rund zehn Jahre für Pro Senectute tätig und unterstützte ältere, teilweise auch an Demenz erkrankte Menschen. Deshalb wusste sie sofort, dass sie bei der Strickaktion mitmacht.

«Mir macht es Spass, man kann sein restliches Garn verwerten – und eine Beschäftigung hat man obendrein auch noch», so die Seniorin. Mittlerweile hat Marlies Bruderer in nur zwei Monaten über 100 Cupholder gestrickt. Es sind ganz besondere Exemplare dabei – einige sind mit Stickereien, andere mit goldigem Faden verschönert. In Bruderers Körbchen stapeln sich Dutzende kunterbunte Cupholder. Die meisten davon sogar passend zu einem Motto: für Weihnachten, für verschneite Tage oder in den Farben der Schweizer Kantonswappen. An alles hat die Seniorin gedacht. Trotzdem findet die 80-Jährige nicht, dass Stricken nur etwas für ältere Menschen ist. «Ich versuche derzeit meine 25-jährige Enkeltochter dafür zu begeistern.» Denn auch wenn man kein Strick-Profi sei, könne man mithilfe der Anleitung und ein wenig Geduld einen schönen Cupholder «lismen», da ist sich Marlies Bruderer sicher. Wie viele Cupholder es am Ende werden sollen, kann sie zurzeit noch nicht sagen. «Ich stricke nicht auf eine bestimmte Anzahl hin.» Ihr Wunsch sei es einfach, dass die Gesellschaft für das Thema Demenz sensibilisiert werde und dass möglichst viele Bäckereien bei der Aktion mitwirken. «Wenn ich durch meine Cupholder dazu beitrage, macht mich das glücklich.»

Quelle: Erschienen in der Zeitlupe Ausgabe 10/2018

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