Menschen mit Demenz Sicherheit bieten

2 Mai 2017

Das Schulungszentrum Gesundheit der Stadt Zürich SGZ ist ein Fort- und Weiterbildungszentrum im Gesundheits- und Sozialwesen. Das SGZ schenkt dem Thema Demenz in seinen Fortbildungen besondere Beachtung. Beatrice Widmer, Programmleiterin am SGZ, erzählt warum.

Frau Widmer, seit wann berücksichtigt das SGZ in den Ausbildungen die Pflege von Demenzkranken explizit? Was war der Auslöser?

Das Thema Demenz steht bei uns seit einigen Jahren im Fokus. Denn die meisten unserer Fortbildungs-Teilnehmenden arbeiten im Gesundheitswesen, wo das Thema seit Längerem omnipräsent ist.

Der Anstoss für die Erweiterung unserer demenzspezifischen Bildungsangebote war die nationale Demenzstrategie. Diese hat dazu geführt, dass wir zunehmend auch freiwillige Mitarbeitende sowie An- und Zugehörige fortbilden.

Inwiefern fliesst Demenz in den Lehrplan ein?

Unsere Fortbildungsangebote sind meist auf Institutionen in der Langzeitpflege und der Spitex ausgerichtet. Da ist die Auseinandersetzung mit dem Thema Demenz ein fixer Bestandteil der täglichen Arbeit. Wir stellen fest, dass die Teilnehmenden sich gerne auf die Thematik einlassen. Denn sie sehen einen grossen Nutzen darin, ihre Erfahrungen mit Fachwissen anzureichern.

Spannend finde ich, dass sich auch viele Betriebe an uns wenden, weil sie alle Mitarbeitenden fortbilden möchten. Also auch Mitarbeitende ausserhalb des Pflegebereiches und Freiwillige. Dort stehen im Zusammenhang mit Demenz gemeinsame Haltungs- und Handlungsgrundsätze im Fokus.

Was muss bei der Pflege von Demenzbetroffenen beachtet werden?

Eine bewusste Kontaktaufnahme ist bei jeder Begegnung von essenzieller Bedeutung. Sie erfolgt individuell, je nach Situation. Dieses Bewusstsein muss sich beim Betreuungsumfeld zuerst etablieren.

Ein Vertrauensaufbau ist unumgänglich, damit die Beziehung gestaltet werden kann. Die Gefühle und Bedürfnisse von Menschen mit Demenz stehen dabei immer im Zentrum. Es ist wichtig, die Handlungsabläufe und Kommunikationsweise laufend an die vorhandenen Ressourcen anzupassen. Die individuellen Gewohnheiten und Rituale von Menschen mit Demenz müssen erkannt, akzeptiert und berücksichtigt werden. Diese geben Ihnen Sicherheit und Geborgenheit.

Berücksichtigen Sie in Ihren Ausbildungen auch die Angehörigen?

Ja, unbedingt. Die Angehörigenpflege ist ein zentrales Element bei der Begleitung von Menschen mit Demenz. Es ist wichtig, dass sich professionelle Betreuende vertieft mit der Rolle und der Situation von An- und Zugehörigen auseinandersetzen. Nur so bekommen Angehörige die Hilfestellungen, die sie brauchen. Es ist also zentral, dass An- und Zugehörige, Betroffene und Professionelle in den Dialog treten und ihn weiter pflegen. Und noch etwas: Angehörige verfügen auch über Expertenwissen, welches der Lebensqualität von Betroffenen sehr dienlich ist. Dieses Wissenspotenzial soll erkannt und genutzt werden.

 


Beatrice Widmer
Programmleiterin
Schulungszentrum Gesundheit SGZ – Stadt Zürich
www.stadt-zuerich.ch/sgz

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Nationale Demenzkonferenz 2022

Die Nationale Demenzkonferenz findet am 28. April 2022 in Bern und online statt und widmet sich der Diagnostik und Früherkennung von Demenzerkrankungen.

Welche Verfahren und Technologien ermöglichen eine frühe Diagnose? Welche ethischen und sozialen Herausforderungen gehen mit einer Diagnose einher? Diesen Fragen gehen Expertinnen und Experten an der Konferenz nach. Sie wendet sich an Fachpersonen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen.

Mehr Infos: www.demenz-konferenz.ch

18 März 2022

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Jedes Jahr veröffentlich Alzheimer Schweiz Schätzungen, wie viele Menschen in der Schweiz an Demenz erkrankt sind. Die Prävalenzahlen zeigen, wie viele Personen in einer Gruppe (Alter, Geschlecht) in einem bestimmten Zeitraum von Demenz betroffen sind.

 

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