Richtig reagieren bei Verdacht auf Demenz

16 Juni 2016

Wenn plötzlich der Verdacht aufkommt, dass ein nahestehender Mensch an Demenz erkrankt sein könnte, löst dies bei Angehörigen wie Betroffenen Unsicherheit aus. Sie merken, dass sich etwas verändert, wissen aber womöglich nicht, wie sie dies deuten sollen. Warum es wichtig ist, bei gewissen Anzeichen rasch zu reagieren und welches die ersten Schritte sind.

Mit über 60’000 kunterbunten Cupholdern haben wir ab dem 22. Januar 2019 schweizweit in Bäckereien und Confiserien auf das Thema Demenz und ihre Folgen im Alltag aufmerksam gemacht. Die letztjährige Kampagne war ein voller Erfolg und ist in der Öffentlichkeit auf grosses Engagement und breite Akzeptanz gestossen. Nun geht die Kampagne in die nächste Runde.

Gemeinsam stricken wir gegen das Vergessen. Stricken auch Sie mit!

Mit vielen kunterbunten Cupholdern machen wir auf Demenz und ihre Folgen für den Alltag aufmerksam. Holen Sie Ihre Stricknadeln und Wolle hervor und lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf – #vollpersönlich. Die gestrickten Cupholder werden am 22. Januar 2020 schweizweit beim Kauf von einem Kaffee zum Mitnehmen kostenlos abgegeben. Auf unserer Webseite finden Sie alle teilnehmenden Verkaufsstellen.

Download Strickanleitung

Wir freuen uns auf viele kunterbunte Cupholder und bedanken uns ganz herzlich für Ihr Engagement. Bitte senden Sie Ihre Cupholder bis zum 6. Dezember 2019 an:

GEWA
Abteilung Logistik
memo-info
Alpenstrasse 58
3052 Zollikofen

In der Schweiz leben rund 151'000 Menschen mit Demenz – im Alltag oftmals unsichtbar. Gemäss Prognosen wird sich die Zahl der Betroffenen bis 2040 verdoppeln.

Immer öfter ganz alltägliche Dinge vergessen, plötzlich Mühe mit der Sprache oder Orientierungsprobleme haben: Anzeichen für eine Demenz gibt es einige. Doch wie sollen sich Betroffene und Angehörige verhalten, wenn sie sich Sorgen machen?

Sobald sich die typischen Anzeichen  häufen, sollte man aktiv werden. Denn: Demenz ist zwar nicht heil- aber behandelbar. Je früher man die Krankheit erkennt und mit der entsprechenden Behandlung beginnt, desto grösser die Chance, gut damit leben zu können.

Ein erster Schritt kann der Online-Test auf memo-info.ch sein. Der Test besteht aus zwei Teilen: Ein Teil wird von Angehörigen, der andere von der betroffenen Person selber ausgefüllt. Wenn beide Parteien den Test ausfüllen, ist er am aussagekräftigsten. Er kann aber auch nur von einer Person ausgefüllt werden. Die wenigen Fragen des Online-Tests geben aber noch keine Gewissheit, ob jemand von Demenz betroffen ist oder nicht – sie helfen lediglich beim Entscheid, ob eine weiterführende Abklärung beim Hausarzt sinnvoll ist.

Wer vorerst noch anonym bleiben möchte, kann auf eine Erstberatung am Telefon zurückgreifen. Betroffenen bietet sich das Alzheimer-Telefon unter der Nummer 024 426 06 06 an. Es ist von Montag bis Freitag von 8–12 und von 14–17 Uhr bedient.

Die erste Anlaufstelle für eine medizinische Abklärung ist der Hausarzt. Er kann Spezialisten beiziehen oder Betroffene falls nötig an eine Memory-Clinic überweisen. Steht die Diagnose einmal fest, können die Betroffenen sich mit der neuen Situation auseinandersetzen und sich über die Krankheit informieren. Eine Demenz frühzeitig zu erkennen ermöglicht es, dass Erkrankte ihre Zukunft planen und wichtige Entscheide selber treffen können. Zudem erhält die ganze Familie Zugang zu Beratung und Begleitung – ebenfalls ein wichtiger Faktor für mehr Lebensqualität.

Bei Demenz oder Alzheimer gibt es zwar keine Heilung, aber Behandlung: Von Spezialisten verschriebene Medikamente können den Verlauf verlangsamen, Medikamente und bewährte nichtmedikamentöse Therapien tragen zur Erhaltung von Fähigkeiten bei, können die Symptome mildern und verbessern so die Lebensqualität der Betroffenen, ihrer Angehörigen und Betreuenden.

Die Beratungsstellen von Alzheimer Schweiz und von Pro Senectute  bieten kostenlos persönliche Beratungsgespräche an und begleiten Betroffene, aber auch Angehörige. Je nach Region gibt es auch weitergehende Angebote, beispielsweise Angehörigengruppen oder Entlastungsdienste. Informieren Sie sich direkt bei der Beratungsstelle in Ihrer Nähe.

Pro Senectute: http://prosenectute.ch/de/angebote/beratung.html

Alzheimer Schweiz: https://www.alzheimer-schweiz.ch/de/ueber-uns/beitrag/sektionen/

Nationale Demenz Konferenz Header 01A2

Nationale Demenzkonferenz 2022

Die Nationale Demenzkonferenz findet am 28. April 2022 in Bern und online statt und widmet sich der Diagnostik und Früherkennung von Demenzerkrankungen.

Welche Verfahren und Technologien ermöglichen eine frühe Diagnose? Welche ethischen und sozialen Herausforderungen gehen mit einer Diagnose einher? Diesen Fragen gehen Expertinnen und Experten an der Konferenz nach. Sie wendet sich an Fachpersonen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen.

Mehr Infos: www.demenz-konferenz.ch

18 März 2022

Prävalenzzahlen 1 Zugeschnitten

Zahlen und Fakten zu Demenz in der Schweiz

Jedes Jahr veröffentlich Alzheimer Schweiz Schätzungen, wie viele Menschen in der Schweiz an Demenz erkrankt sind. Die Prävalenzahlen zeigen, wie viele Personen in einer Gruppe (Alter, Geschlecht) in einem bestimmten Zeitraum von Demenz betroffen sind.

 

26 Oktober 2021

Arbeitsleben Demenz Beat Vogel Bearbeitet

«Es tat gut, noch gebraucht zu werden»

Als er an Demenz erkrankte, war Beat Vogel Leiter Infrastruktur bei der Pädagogischen Hochschule Luzern. Mit einem kleinen Pensum und einfachen Aufgaben konnte der heute 61-Jährige im Team weiterarbeiten, bis es nicht mehr möglich war. Alle Beteiligten ziehen eine positive Bilanz.

12 August 2021