Stricken gegen das Vergessen

25 Oktober 2018

Wer öfter mal zu den Stricknadeln greift, kann Stress bekämpfen und etwas für sein Erinnerungsvermögen tun. Denn Studien haben gezeigt: Kreative Tätigkeiten, wie z.B. Stricken, können die Gefahr einer späteren Erkrankung an Demenz um 30-50 % verringern.

Es ist bewiesen, dass durch produktive Aktivitäten mit den eigenen Händen 60 % unseres Gehirns anregt wird. Stricken fördert die Bildung neuer Hirnzellen, vor allem im Hippocampus, der zentralen Gedächtnis-Schaltstelle. Auch für das Gemüt ist Stricken wertvoll. Denn wenn eine kreative Tätigkeit immer wieder ausgeübt wird, kann ein Zustand vollkommener Entspannung eintreten, ähnlich wie bei der Meditation oder dem Yoga, erklärt Herbert Benson, Gründer des Benson Henry Institute for Mind Body Medicine in Harvard.

Yonas Geda, Hirnforscher an der Mayo Clinic in Rochester im US-Bundesstaat Minnesota, hat mehr als 400 Seniorinnen und Senioren zu ihren Freizeitbeschäftigungen befragt und diese mit dem Auftreten von milden Gedächtnisstörungen in Verbindung gebracht. Das Ergebnis hat gezeigt, dass regelmässiges Stricken, Bücher lesen oder beispielsweise Computer spielen das Risiko für krankheitsbedingte Gedächtnisverluste vermindert.

Mit unserer Kampagne «Stricken gegen das Vergessen» setzen wir also nicht nur ein Zeichen und sensibilisieren die Öffentlichkeit für den Umgang mit Demenz im Alltag, sondern wir stricken auch tatsächlich gegen das Vergessen.

Ab an die Nadeln ! Hier geht es zur Strickanleitung.

Quellen:

Engaging in Cognitive Activities, Aging, and Mild Cognitive Impairment: A Population-Based Study | The Journal of Neuropsychiatry and Clinical Neurosciences, April 2011

Functional Activity and Neuropsychiatric Symptoms in Normal Aging and Mild Cognitive Impairment: The Mayo Clinic Study of Aging. Alzheimer Dis Assoc Disord, August 2018

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Nationale Demenzkonferenz 2022

Die Nationale Demenzkonferenz findet am 28. April 2022 in Bern und online statt und widmet sich der Diagnostik und Früherkennung von Demenzerkrankungen.

Welche Verfahren und Technologien ermöglichen eine frühe Diagnose? Welche ethischen und sozialen Herausforderungen gehen mit einer Diagnose einher? Diesen Fragen gehen Expertinnen und Experten an der Konferenz nach. Sie wendet sich an Fachpersonen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen.

Mehr Infos: www.demenz-konferenz.ch

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