Tagebucheintrag: und plötzlich ist alles anders

26 Mai 2016

Nach Jahren im Kinderspital Basel merkte ich, dass die Arbeit auf der Intensivstation mich «ausgelaugt» hatte. Anfangs dachte ich, dass ich nur erschöpft bin. Aber dann kam der Tag, an dem ich ausstieg. Es war einfach zu viel, alles drehte sich in meinem Kopf. Ich verliess in Windeseile die Abteilung und hatte damit meinen letzten Arbeitstag – mit 57 Jahren.

Anfangs behandelte man mich mit Burnout. Ich durfte mich in Kanada acht Wochen vom Stress und meiner Überforderung erholen. In Kanada verbrachte ich eine wunderbare Zeit mit meiner Partnerin. Von vielen schönen Eindrücken, lieben Menschen und beeindruckenden Landschaften geprägt, durften wir dann nach Hause fliegen. Auf der Reise hatte ich immer mal wieder etwas verlegt oder liegengelassen. Glücklicherweise kam alles immer wieder zurück oder andere Menschen haben es mir wieder gebracht.

Ich musste mir dann eingestehen, dass es so nicht weitergehen kann, sich mein Zustand trotz langer Ruhezeit nicht besserte und ich professionelle Hilfe brauchte. So wurde ich in der Memory Klinik seriös abgeklärt und erhielt die Diagnose Alzheimer-Demenz.

Die ersten Wochen waren dann begleitet von Trauer, Aggression, Angst und der Frage nach dem Sinn des zukünftigen Lebens. Nach der Diagnose haben meine Partnerin und ich sehr viel geweint. Wir sind uns noch nähergekommen. Mir fiel es oft schwer, meinen Zustand zu akzeptieren. Mittlerweile habe ich mich damit auseinandergesetzt. Ich akzeptiere nun, wie ich bin. Manchmal gibt es Momente, die mich traurig stimmen, sie gehen vorüber.

Die Information an mein Umfeld fiel mir sehr schwer, ich wurde krank und konnte nicht mehr arbeiten. Ich entschied mich – nach längerem Ringen und Nachfragen bei meiner Partnerin, wie wir die Menschen informieren sollten –, meinen Freunden einen Brief zu schreiben. Die Reaktionen haben mich sehr berührt. Die Freunde nehmen Anteil und sind für mich da. Ich danke meiner Partnerin und meinen Freunden sehr.

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Nationale Demenzkonferenz 2022

Die Nationale Demenzkonferenz findet am 28. April 2022 in Bern und online statt und widmet sich der Diagnostik und Früherkennung von Demenzerkrankungen.

Welche Verfahren und Technologien ermöglichen eine frühe Diagnose? Welche ethischen und sozialen Herausforderungen gehen mit einer Diagnose einher? Diesen Fragen gehen Expertinnen und Experten an der Konferenz nach. Sie wendet sich an Fachpersonen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen.

Mehr Infos: www.demenz-konferenz.ch

18 März 2022

Prävalenzzahlen 1 Zugeschnitten

Zahlen und Fakten zu Demenz in der Schweiz

Jedes Jahr veröffentlich Alzheimer Schweiz Schätzungen, wie viele Menschen in der Schweiz an Demenz erkrankt sind. Die Prävalenzahlen zeigen, wie viele Personen in einer Gruppe (Alter, Geschlecht) in einem bestimmten Zeitraum von Demenz betroffen sind.

 

26 Oktober 2021

Arbeitsleben Demenz Beat Vogel Bearbeitet

«Es tat gut, noch gebraucht zu werden»

Als er an Demenz erkrankte, war Beat Vogel Leiter Infrastruktur bei der Pädagogischen Hochschule Luzern. Mit einem kleinen Pensum und einfachen Aufgaben konnte der heute 61-Jährige im Team weiterarbeiten, bis es nicht mehr möglich war. Alle Beteiligten ziehen eine positive Bilanz.

12 August 2021