Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Hier beantworten wir für Sie häufig gestellte Fragen von Betroffenen und Angehörigen zum Thema Demenz. Konnten Sie keine Antwort auf Ihre Frage finden? Dann stellen Sie uns Ihre Frage weiter unten im Formular.

Ich bin in letzter Zeit sehr vergesslich. Kann es sein, dass ich Alzheimer habe?

Vergesslichkeit ist eines der Warnzeichen für Alzheimer oder eine andere Form von Demenz. Dinge zu vergessen, heisst aber noch nicht, dass man erkrankt ist. Eine Vergesslichkeit kann auch vorübergehend etwa durch Schlafmangel oder Stress auftreten. Bei einer Demenz gibt es mehrere Anzeichen. Menschen mit einer beginnenden Demenz haben zum Beispiel auch Probleme mit der Sprache, mit der Orientierung, mit alltäglichen Abläufen oder damit, Dinge zu planen. Wichtig ist, dass eine Veränderung frühzeitig feststellbar ist. Sind mehrere Warnzeichen da, sollten Sie Ihren Hausarzt konsultieren.

Kognitive Schwierigkeiten wie Vergesslichkeit haben verschiedene Ursachen. Ist die Ursache bekannt, lässt sie sich allenfalls behandeln. Es wäre schade, etwas zu verpassen. Darauf können Sie Ihre Mutter aufmerksam machen. Sind die Widerstände bei der betroffenen Person gross, ist es ratsam, den Hausarzt miteinzubeziehen und ihm seine Beobachtungen zu schildern. Er kann das Thema beim nächsten Besuch vorsichtig ansprechen. Bleiben Sie geduldig und lassen Sie Ihrer Mutter Zeit.

Eine frühzeitige Abklärung kann Klarheit für den Betroffenen und die Angehörigen schaffen. Betroffene und Angehörige erleben die Zeit vor der Diagnose als sehr belastend. Sie merken, dass etwas nicht stimmt, aber sie wissen nicht, was los ist. Erfolgt die Diagnose erst spät, geht wertvolle Zeit verloren. Demenz ist zwar nicht heilbar, aber behandelbar. Eine Diagnose schafft Klarheit und hilft Betroffenen, die Zukunft zu planen und wichtige Entscheide selber zu treffen. Es ist ratsam, die ganze Familie miteinzubeziehen und Beratungs- und Unterstützungsleistungen herbeizuziehen. Man muss nicht mit allem alleine zurechtkommen. Angebote zur Unterstützung entlasten Betroffene wie auch Angehörige.

Es gibt Medikamente zur Behandlung von Demenzerkrankungen. Nichtmedikamentöse Therapien sind aber genauso wichtig. Sie helfen, den Alltag besser zu meistern und bestehende Fähigkeiten zu erhalten. Welche Medikamente sinnvoll sind, hängt von der Demenzform ab und vom allgemeinen Gesundheitszustand. Bei Alzheimer werden sogenannte Antidementiva eingesetzt. Sie verbessern das Denkvermögen und die Leistungsfähigkeit im Alltag und können das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen. Im Anfangsstadium einer Demenz treten häufig Depressionen auf, weshalb auch Antidepressiva Teil der Behandlung sein können.

Am Anfang sind Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sehr wichtig. Je mehr Sie über die Krankheit und ihre Auswirkungen wissen, desto besser gehen Sie mit der Krankheit um. Empfehlenswert ist auch der Austausch mit anderen Betroffenen. Im Laufe der Krankheit können weitere Angebote und Dienstleistungen sinnvoll sein: Mahlzeitendienst, Haushalthilfe, Fahrdienste, Spitex, Entlastung für Angehörige, administrative Unterstützung, Sozialberatung, Tagesstätten, Alzheimerferien usw. Alzheimer Schweiz und Pro Senectute informieren Sie über Angebote in Ihrer Nähe.

Es gilt, die Person so zu akzeptieren, wie sie im Moment ist und es braucht ganz viel Empathie und Wertschätzung von Ihnen. Menschen mit Demenz sind vergesslich und erinnern sich oftmals nicht an ein vergangenes Gespräch. Teilweise bleiben sie auch an etwas hängen. Die ständigen Wiederholungen sind für Sie als Gesprächspartner anstrengend. Versuchen Sie trotzdem, gelassen zu bleiben. Es steckt keine böse Absicht dahinter. Vielmehr geben wiederkehrende Fragen Aufschluss über die Gemütslage der betroffenen Person. Versuchen Sie, sich einzufühlen oder lenken Sie Ihren Nachbar ab. Widerspruch oder ihn mit der Tatsache konfrontieren, dass er immer das Gleiche sagt, sollten Sie besser vermeiden. Hier finden Sie weitere wichtige Tipps bei der Kontaktaufnahme oder bei Hilfestellungen im Umgang mit Betroffenen im Alltag.

Mit regelmässigem Gedächtnistraining und ausgewogener Ernährung können Sie einem Abbau der Hirnleistung besser entgegenwirken.
Fordern Sie das Gehirn ab und zu mit etwas neuem heraus. Regelmässiges Gedächtnistraining aktiviert die Zellen und stärkt die Verbindungen dazwischen. Das kann heissen: eine Fremdsprache lernen, eine neue Sportart ausprobieren, einen Tanzkurs besuchen etc. Auch ein Besuch am Stammtisch ist kognitives Training. In der Diskussion mit anderen müssen Sie auf Argumente reagieren, sich an einen kürzlich gesehenen Film oder ein gelesenes Buch erinnern – das erfordert eine grosse Leistung des Gehirns.

Für Menschen mit Demenz gibt es spezielle Gedächtnistrainings. Es geht darum, bestehende Fähigkeiten zu erhalten. Das Training hilft, im Alltag besser zurechtzukommen.

Die Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten, zumal die Forschung noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber gewonnen hat. Die seltene, in jungen Jahren auftretende Form von Alzheimer ist meist vererbt. Tritt die Krankheit jedoch später auf, ist weniger klar, welche Rolle die genetische Veranlagung spielt. Das gilt auch für andere Formen von Demenz. Wer sich Sorgen macht, weil ein Eltern- oder Grosselternteil erkrankt ist, sollte sich rechtzeitig beraten und abklären lassen.

Die erste Ansprechperson, mit der Sie über Ihre Befürchtungen sprechen sollten, ist der Hausarzt. Zu einer sorgfältigen Abklärung gehört eine gründliche Untersuchung des körperlichen Zustands. Es gilt vor allem, andere Ursachen für die kognitiven Probleme auszuschliessen. Der Hausarzt kann anschliessend mit relativ einfachen Tests abklären, ob ein Verdacht auf eine demenzielle Erkrankung besteht. Wichtig ist dabei das Gespräch mit dem Betroffenen selbst und Angehörigen. Ihre Beobachtungen sind wichtig. Bestätigt sich der Verdacht, können weitere Abklärungen beim Spezialisten (beispielsweise in einer Memory Clinic) sinnvoll sein. Dies für eine möglichst differenzierte Diagnose und um die passende Behandlung festzulegen.

Menschen mit Demenz haben grundsätzlich die gleichen Bedürfnisse wie Menschen ohne Demenz. Sie möchten möglichst lange selbstständig in ihrem gewohnten Umfeld leben. Sie haben aufgrund der Krankheit aber Mühe, sich zu orientieren und alltägliche Angelegenheiten zu erledigen. Es kann auch sein, dass sie sich auffällig verhalten. Die folgenden Tipps helfen Ihnen, sich im Umgang mit Betroffenen korrekt zu verhalten:

  • Gehen Sie von vorne auf die Person zu, so dass Sie in ihrem Blickfeld sind.
  • Stellen Sie Blickkontakt her, bevor Sie zu sprechen beginnen.
  • Hören Sie aufmerksam zu, wenn die Person spricht.
  • Vermeiden Sie eine hektische Atmosphäre und brüskes Verhalten.
  • Sprechen Sie langsam, deutlich und ruhig. Machen Sie kurze Sätze mit einfachen Worten.
  • Stellen Sie nur eine Frage auf einmal.
  • Helfen Sie, fehlende Wörter zu ergänzen.
  • Nehmen Sie Probleme und Ängste der Person mit Demenz ernst.
  • Zeigen Sie Verständnis und versuchen Sie, Sicherheit zu vermitteln.
  • Seien Sie geduldig und einfühlsam.
  • Widersprechen Sie nicht bei unverständlichen oder falschen Aussagen oder Geschichten.
  • Nehmen Sie Anschuldigungen nicht persönlich, bleiben Sie ruhig.
  • Versuchen Sie herauszufinden, wer die Person ist und wo sie lebt.
  • Erklären Sie der Person, wo sie ist und wie sie nach Hause zurückfindet, oder begleiten Sie sie.
  • Erzwingen Sie nichts.
  • Wenn nötig, kontaktieren Sie Angehörige oder die Polizei.

Die handliche MEMO-BOX ist ein Leitfaden für den Umgang mit Betroffenen im Alltag und gibt wichtige Tipps bei der Kontaktaufnahme oder bei Hilfestellungen. Sie kann im Dienstleistungssektor an jedem Kontaktpunkt mit Kunden platziert werden und benötigt keine weiteren Hilfsmittel.

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